Psychomotorik: Besser lernen mit Bewegung
Psychomotorik: Besser lernen mit Bewegung

Pädagogik

Psychomotorik: Besser lernen mit Bewegung

11.03.2026

5 min.

Kinder lernen nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem ganzen Körper. Die Psychomotoriktherapie (PMT) unterstützt Kinder, die in ihrer motorischen und psychischen Entwicklung besondere Begleitung brauchen. Sie setzt dabei auf die Kraft der Bewegung.

Kinder entdecken die Welt spielerisch. Sie denken, fühlen und lernen in der Bewegung. Genau hier setzt die Psychomotoriktherapie (PMT) an: Sie begleitet Kinder mit psychomotorischen Auffälligkeiten in einem geschützten Rahmen und fördert ihre individuellen Lernprozesse. «Die Psychomotorik verbindet motorische Fähigkeiten mit der psychischen Entwicklung», erklärt Elisa Sonego, dipl. Psychomotoriktherapeutin, EDK an der VSG Region Sulgen. «Durch Bewegung und Spiel stärken Kinder nicht nur ihre Motorik, sondern auch ihre Selbstkompetenz und sozioemotionalen Fähigkeiten.»

Ressourcen entdecken, Selbstbewusstsein stärken
Die Therapie ist spielerisch, kreativ und individuell angepasst. Sie ermöglicht den Kindern, ihre Stärken zu entdecken und Herausforderungen zu überwinden. Das Kind mit seinen Ressourcen steht dabei immer im Zentrum. Viele Kinder kommen mit einem negativ geprägten Selbstbild in die PMT. Sie halten sich für zu laut, unkonzentriert oder unruhig. In der Therapie erfahren sie, dass sie viele Ressourcen besitzen und kluge Ideen haben. Sie setzen diese in die Tat um und erleben Selbstwirksamkeit. Dies führt schnell auch zu einem stärkeren Selbstbewusstsein.

Lernen, mit Gefühlen umzugehen
Die Psychomotoriktherapie umfasst verschiedene Förderbereiche. In der Motorik geht es um Grob-, Fein- und Grafomotorik (Schreiben und Zeichnen). Kinder üben Gleichgewicht, Koordination und Kraftdosierung, lernen die Beweglichkeit ihrer Hände und Finger und verbessern ihre Schreibbewegungen. Ebenso wichtig ist die sozioemotionale Entwicklung. Kinder lernen, mit Gefühlen umzugehen, Regeln einzuhalten und Konflikte zu lösen. Die Förderung der Selbstkompetenz stärkt Eigeninitiative und Selbstwertgefühl. Wahrnehmung ist ein weiterer zentraler Bereich. Viele Kinder müssen ihre Körpergrenzen erst bewusst wahrnehmen und ihre Raumorientierung schärfen. Ergänzend wird das Lernverhalten trainiert. Dazu gehören Konzentration, Ausdauer und Organisation als Grundlagen für das Lernen in der Schule.

Profitieren in Schule und Alltag
Die Förderung in der PMT wirkt weit über den Therapieraum hinaus. Kinder, die lernen, ihre Bewegungen zu steuern, ihre Emotionen zu regulieren und ihre Wahrnehmung zu schärfen, profitieren im Alltag und im Unterricht. Sie können sich besser konzentrieren, Aufgaben strukturieren und Konflikte lösen. Damit trägt PMT entscheidend zur schulischen und persönlichen Entwicklung bei.

Wie verläuft die Anmeldung?
Die Anmeldung erfolgt in der Regel über die Klassenlehrperson, die Auffälligkeiten bemerkt und den Kontakt zur Therapeutin herstellt. Eltern können nicht direkt anmelden, sondern arbeiten gemeinsam mit Lehrpersonen und Fachstellen an der Abklärung. «Es ist wichtig, dass wir genau hinschauen, ob PMT die richtige Unterstützung ist», betont Sonego.

Psychomotoriktherapie ist mehr als Bewegung. Sie ist ein Weg, Kindern neue Perspektiven zu eröffnen und ihnen zu zeigen: Ich kann etwas bewirken.

Rahel Müller
Ressort Kommunikation

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